Neuer Achtung! Auftritt by Mutabor

Heinrich Paravicini Desktop

Heinrich Paravicini – interviewt von Mirko Kaminski

Heinrich Paravicini ist CCO von Mutabor. Gemeinsam mit seinem Team hat er den neuen Achtung! Auftritt kreiert. Paravicini und Achtung! Gründer Mirko Kaminski kennen sich schon lange – aus verschiedenen Jurys wie der Jury des Cannes Lions Festivals, aus dem Art Directors Club Deutschland sowie aus diversen gemeinsamen Projekten.


Lieber Heinrich, die Mission war, einen bemerkenswerten neuen Achtung! Auftritt zu schaffen. Inwiefern ist das deiner Meinung nach deinem Team und dir gelungen?

Wir haben uns vorgenommen, den Ausdruck „bemerkenswert“ wörtlich zu nehmen. Man soll den neuen Auftritt nicht nur bemerken, sondern auch wertschätzen. Darum haben wir explizit nach etwas gesucht, das einen nicht anspringt, aber dennoch hängenbleibt. Ich glaube, mit dem Ausrufezeichen-A und der einzigartigen Typografie ist das durchaus gelungen. Und ich glaube, dieser Auftritt wird immer besser, je mehr damit kommuniziert und gebroadcastet wird. Ich würde also sagen: Mission accomplished.


Du warst ADC-Präsident und kennst die Branche sehr genau. Was findest du selbst an Achtung! besonders oder womöglich gar bemerkenswert?


Da ich selbst Agenturgründer und seit Jahren in der Branche unterwegs bin, achte ich insbesondere auf die Werdegänge anderer Inhaberagenturen. Und da kommt man an Achtung! und an dir, Mirko, ja unmöglich vorbei.
Was ich am bemerkenswertesten bei euch finde, ist die Tatsache, dass du in deiner Person wie kein Zweiter die Skills und die Faszination eurer Profession verkörperst. Das ist herausragend. Und wenn dahinter nicht nur heiße Luft, sondern eine hochprofessionelle Agentur steht, die das auch noch bravourös abliefert … das ist schon bemerkenswert.Im Ernst. Ich bin wirklich immer wieder fasziniert: Bei dir habe ich das Gefühl, wenn du kein Mikro in der Hand hast, dann fehlt etwas. ;)
Als Designer bin ich ja nicht so ein Lautsprecher, sondern stehe immer etwas hinter unseren Arbeiten zurück. Gut, dass wir (mein Partner Johannes und ich) unser Königkontor gebaut haben. Das ist dann unsere Designer-Art des Lautsprechens. ;-)


Es gibt immer wieder neue Strömungen und Trends im Corporate Design. Welche finden sich im neuen Achtung! Outfit wieder?


Durch den Siegeszug von Content-Marketing und Social Media treten heute die komplexen Layout- und Bildsysteme immer mehr in den Hintergrund und die Regelwerke werden wieder einfacher. Der Grund: Man kann einfach gar nicht so viel verregeln, wie neue Kanäle aufploppen. Daraus resultiert der Siegeszug der guten alten Corporate-Design-Basics: Logo, Farbe, Schrift. Wenn diese drei Bestandteile digital gedacht, simpel und einzigarig gestaltet und stark in ihrem jeweiligen Kontext sind, dann funktioniert heute ein Corporate Design. Als Beispiel für Farbe können die Telekom, Hermès oder Nivea dienen, jeder kennt die Typografie von Mercedes oder Nike – und in Sachen Logo muss ich über so Dinge wie die drei Streifen von adidas oder das neue Burberry-Monogramm nicht reden – sie zeigen, wie perfekt Branding heute medialisiert werden kann.

Bei Achtung! haben wir auch genau diese Dinge fokussiert: Das einzigartige Logo, welches medial immer anders einsetzbar ist, die wiedererkennbare Typo und einen sehr speziellen Farbcode.


Kannst du dich noch an den Moment erinnern, in dem ihr gesagt habt „DAS ist es!“? Wie kam es dazu?


Als mein Art-Direktor Jan während einer Session einfach mal eine Ecke ins A geschnitten hat und ein Ausrufezeichen zum Vorschein kam, war mir klar: Das ist es!


Wie ungewöhnlich ist es, dass eine Agentur eine andere Agentur wie Mutabor beauftragt, um ein neues Corporate Design zu entwickeln und bringt das irgendwelche besonderen Herausforderungen mit sich?

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich so etwas mache. 2004 habe ich für André Kemper und Michael Trautmann das CD für ihre Neugründung kempertrautmann und später thjnk gestaltet. Aber es kommt nicht so oft vor, das stimmt.
Aber sagen wir mal so, wenn uns jetzt einer unserer Kernwettbewerber mit seinem CD beauftragen würde, würde ich mich schon wundern – bei Achtung! und Mutabor ist es ja so, dass wir eher komplementär in unseren Geschäftsfeldern sind, darum finde ich das eher befruchtend.
Und eines muss ich ja noch mal loswerden: Ihr wart und seid ein sehr angenehmer Kunde – also, wenn es eine Herausforderung war, dann war es keine prozessuale, sondern eine kreative.